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Am 23.12.1945 wurde ich im Schlatt bei Feldbach am Zürichsee
geboren.
Da gab es einen Weiher mit Fröschen, Bäche mit Forellen, Wiesenblumen,
Grillen, kurz was ein idyllischer Weiler alles bietet. Unendlich viel Zeit zum
träumen und einfach da zu sein. Eine dunkle geheimnisvolle Werkstatt. Wasser zum
verweilen. Und die Badi in Feldbach, wo man Grundeln beobachten konnte. Fischen
mit dem Vater und Grossvater auf dem Seedamm Rapperswil. Elritzen fangen im
Bach.
Vom 6.- bis 34. Lebensjahr in Zürich Nord
Zeichnen und singen, das sind die Fächer in welchen ich brillieren kann. Was
mir gefällt wird gezeichnet. Tiere, Blumen, Portraits in Bleistift, Rötel, und
Kohle. Bildbände von fernen Ländern wecken das Fernweh.
Nun...zeichnen, und das Fernweh mit lesen befriedigen, ist alleweil besser
als die Hausaufgaben zu machen. Regelmässige Rügen des Lehrers werden einfach in
Kauf genommen. Meine Eltern erkennen meine Begabungen und fördern diese mit
Büchern über Malerei und der Anmeldung in die Knabenmusik.
Oft zieht es mich zur Galerie Nievergelt in Oerlikon. Da tätige ich stolz
meine ersten Einkäufe mit Malutensilien und Malanleitungen.
Und sonst noch im Schulalter? Entdeckungsreisen mit dem Velo. Fischen am
Greifensee...musizieren und viel lesen. Das Fernweh wird mit lesen und Velo
fahren gestillt. Zum Fischen wird sogar früh aufgestanden, in die Schule kommt
der Seppli meist zu spät.
Mit 15...Was soll aus mir werden? Traumberufe wären Berufsmusiker oder
Grafiker. Der Traum Kunstmaler zu werden wird einfach verdrängt, wie soll ich da
mal meinen Lebensunterhalt verdienen können? Der Berufsberater sieht in mir den
Buchdrucker. Da gibt es zu wenig Lehrstellen, also wird Maschinenschlosser
gelernt. Mit diesem Beruf kann man immerhin zur See fahren...
Was hält mich über Wasser in der Lehre? Das musizieren in der Knabenmusik,
der Waldhorn-Unterricht am Konservatorium, „Nachdirigieren“ von Opern und
Symphonien ab Schallplatten, das Fernweh und das Malen. Da entstehen auch erste
Aquarelle und Oelbilder.
Mit 20...1 Jahr Hochseeschiffahrt auf der "Adele" in Zentral- und Nordamerika.

Mit 21-40 Im 1968 schliesse ich den Bund der Ehe mit meiner lieben
Frau Vreny. Wir freuen uns an 2 Söhnen die uns viel Freude machen.
Leidenschaftliches musizieren als unerlässlicher Gegenpol zum Brotberuf
(technischer Verkauf). Blasorchster, klassische Musik, Bühnenmusik an der Oper,
Operette, Waldhornquartett.
Mit 34 Umzug in das liebliche Dorf Egliswil AG
Ab 40... Vom Musizieren zur Malerei. In der Mitte des Lebens
stellt sich die Frage was möchte ich noch tun? Warum nicht malen? Ich besuche
vermehrt Ausstellungen und denke hie und da: Das könnte ich auch, wenn ich mich
wieder dran machen würde. In der Folge löst intensiv gelebte Malerei das aktive
Musizieren ab. Zeichnen in jeder freien Minute. Dann lässt mich das
Aquarell nicht mehr los.
Mit 49, die erste Ausstellung in der alten Schmitte Seengen wird ein
überwältigender Erfolg.
Mit 55, endlich im Jahr 2000 darf ich freischaffender Maler
sein.

Ich gehe meinen Weg als Autodidakt. Seit eh ziehe ich es vor durch
eigene Erfahrungen zu lernen. Warum? Ich liebe es Projekte alleine zu planen und
zu realisieren. Dies kommt mir in der Malerei entgegen weil jedes Bild eine neue
Herausfoderung darstellt.
Gedanklich immer auf Bildsuche. Bildsüchtig. Das Motiv muss mich in seinen
Bann ziehen. Beim Suchen, Experimentieren und Malen verlasse ich mich auf mein
Gefühl.
Da sind zwei Seelen. Die Lust am gegenständlichen fast akribischem aber auch
der Drang nach Freiheit in Form und Farbe.
Warum male ich gerne? Vielleicht weil ich gerne alleine bin. Da kann ich
meinen Gedanken freien Lauf lassen, träumen, planen, der Frage nachgehen was
will ich. Wie mache ich dies und das. Wie löse ich das Problem. Lange genug
alleinsein und bingo da ist ein Plan, so mach ich dies und das. Dann realisieren
dranbleiben. Das war noch nie ein Problem da kann ich zubeissen und nicht mehr
loslassen, alles vergessen rundherum. Wenn es mich packt dann nur noch das Eine.
So bin ich glücklich.
Und sonst... Am liebsten mit meiner Frau und dem Camper herumzigeunern.
Warum? Neues sehen und erleben. Landschaften suchen und finden. Es ist auch im
wesentlichen eine Suche nach neuen Bildern. Oft sind es abgelegene Plätze die
wir suchen. Heile unberührte Natur. Einsamkeit. Flucht vor zu viel Mensch.
Viel lesen und Musik hören.
Der Kreis schliesst sich...vom Traum zur
Wirklichkeit.
Meine Lieblingspruch: „Spring, und das Netz wird erscheinen“

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